Digitaler Zahnabdruck: Moderne Zahnmedizin ohne Abdruckmasse

Dr. Eva-Maria Prey

Autorin: Dr. Eva-Maria Prey

Veröffentlicht am: 16. Dezember 2025

Zuletzt aktualisiert: 16. Dezember 2025

Lesedauer: 6 Minuten

Wenn der Zahnabdruck zum 3D-Scan wird – schneller, angenehmer und präziser

Was ist besonders wichtig?

Was ist ein digitaler Zahnabdruck?

Wie wird ein digitaler Zahnabdruck gemacht?

Der Ablauf eines digitalen Zahnabdrucks ist für Patient:innen entspannt und überschaubar:

  1. Vorbereitung
    Die Zahnoberflächen werden kurz getrocknet und – wenn nötig – leicht gepudert oder mit Luft freigeblasen. So kann der Scanner alle Strukturen optimal erfassen.
  2. 3D-Scan der Zähne
    Das kleine Scan-Handstück wird in ruhigen Bewegungen über die Zahnreihen geführt: erst eine Seite, dann die andere, anschließend die Frontzähne. Ober- und Unterkiefer werden nacheinander aufgenommen. Atmen, Schlucken und kurze Pausen sind jederzeit möglich.
  3. Biss-Scan
    Damit die Verzahnung korrekt dargestellt wird, werden Ober- und Unterkiefer in der gewohnten Bissposition kurz gemeinsam gescannt.
  4. Kontrolle in Echtzeit
    Auf dem Bildschirm sieht das Praxisteam sofort, welche Bereiche bereits vollständig erfasst wurden. Kleine Lücken oder Schatten können sofort nachgescannt werden – ohne einen neuen Abdruck beginnen zu müssen.
  5. Fertiges 3D-Modell
    Nach wenigen Sekunden rechnet das System alle Bilder zu einem farbigen 3D-Modell zusammen. Dieses Modell dient als Grundlage für die weitere Planung – zum Beispiel für Zahnersatz, Schienen oder eine Aligner-Therapie.

Der Scan ist völlig schmerzfrei, kommt ohne Druck oder längere Einwirkzeit aus und wird von den meisten Patient:innen als sehr angenehm erlebt.

Wie lange dauert ein digitaler Zahnabdruck?

Die digitale Abformung des Gebisses geht überraschend schnell:

Kompletter Scan Ober- und Unterkiefer: ca. 5 – 10 Minuten
Bissregistrierung: ca. 1 Minute
Kontrolle & Datenübertragung: wenige Sekunden

Da kein Material angerührt und nichts im Mund aushärten muss, ist der digitale Zahnabdruck meist deutlich zeitsparender als die klassische Methode. Gerade bei umfangreicheren Behandlungen wie bei mehreren Kronen, Implantaten oder einer Aligner-Planung zahlt sich dieser Vorteil aus.

Für welche Behandlungen wird der digitale Zahnabdruck eingesetzt?

In vielen modernen Praxen ist der digitale Zahnabdruck heute die erste Wahl. Typische Einsatzgebiete sind:

Trotzdem hat die konventionelle Abformung noch nicht ganz ausgedient. In Einzelfällen kann ein klassischer Abdruck sinnvoll sein, zum Beispiel:

  • wenn Präparationen sehr tief unter das Zahnfleisch reichen und sich nicht ideal trocknen lassen
  • bei stark blutenden oder sehr feuchten Arealen, in denen der Scanner keine stabilen Daten erhält
  • wenn einzelne Spezialarbeiten von externen Laboren ausdrücklich ein klassisches Silikonmodell erfordern (kommt zunehmend seltener vor)

Welche Vorteile hat ein digitaler Zahnabdruck?

  1. Mehr Komfort
    Keine Abdrucklöffel, keine zähe Masse, kein unangenehmes Druckgefühl: Der Scan ist deutlich angenehmer, besonders für Menschen mit starkem Würgereiz.
  2. Hohe Präzision
    Digitale Scans erfassen auch schwer zugängliche Bereiche sehr genau. Das reduziert Fehlerquellen und ermöglicht eine exakte Passung von Kronen, Brücken, Inlays oder Schienen. Nacharbeiten werden seltener notwendig.
  3. Schnelle digitale Weiterverarbeitung
    Die Daten können direkt an das Dentallabor übermittelt werden – ohne Versand, ohne Qualitätsverlust. In vielen Fällen verkürzt das die Zeit bis zur fertigen Versorgung.
  4. Transparente Beratung
    Auf dem Bildschirm lässt sich das eigene Gebiss in 3D betrachten, drehen und vergrößern. So wird verständlich, warum welche Behandlung sinnvoll ist – ein großer Vorteil für Aufklärung und gemeinsame Planung.
  5. Sauber und hygienisch
    Kein Abdruckmaterial, kein Abziehen des Löffels, weniger Abfall – der Ablauf ist hygienisch und ressourcenschonend.
  6. Langfristige Vergleichbarkeit
    Einmal erstellte Scans können gespeichert, verglichen und bei Bedarf wieder verwendet werden – zum Beispiel für spätere Kontrollen oder neue Schienen, ohne dass ein weiterer Abdruck nötig ist.

Fazit: Der digitale Zahnabdruck setzt neue Standards

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