Angst vorm Zahnarzt: 10 hilfreiche Tipps zum Umgang mit Dentalphobie

Dr. Eva-Maria Prey

Autorin: Dr. Eva-Maria Prey

Veröffentlicht am: 16. Dezember 2021

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2025

Lesedauer: 5 Minuten

Der Gang zum Zahnarzt zählt in der Regel nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen. Um ihn auch für Angstpatienten möglichst angenehm zu gestalten, gibt es ein paar Hilfestellungen.

Seien wir ehrlich: Auf den Zahnarztbesuch freuen sich die wenigsten – selbst, wenn es nur zur Vorsorge ist. Etwa 60 Prozent verbinden hierzulande den Termin in der Zahnarztpraxis mit einem unguten Gefühl, was durchaus verständlich ist. Schließlich ist der Mundraum ein sensibles Sinnesorgan; das Schmerzempfinden an den Zähnen ist vergleichsweise groß. Daher bekommen viele Patienten und Patientinnen bereits beim Gedanken an die Zahnarztpraxis ein beklemmendes Gefühl.

Wir haben nachfolgend zehn Tipps zusammengestellt, mit denen Betroffene einer Zahnarztphobie wirksam begegnen oder diese langfristig – gegebenenfalls mit professioneller Hilfe – in den Griff bekommen können.

1. Wählen Sie eine Zahnarztpraxis, der Sie vertrauen.

Weil die Angst vorm Zahnarzt häufig auftritt, kennen sich die meisten Zahnärzte und Zahnärztinnen sehr gut damit aus oder sind sogar auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisiert. Entscheidend ist in jedem Fall, dass ein Vertrauensverhältnis zur Praxis Ihrer Wahl besteht. Der behandelnde Arzt oder die Ärztin sollte Ihnen ruhig und empathisch zuhören und in die geplanten Behandlungsschritte einbeziehen. Das Gefühl, sich in buchstäblich guten Händen zu befinden, kann die Zahnarztangst bereits deutlich reduzieren.

2. Beschreiben Sie ehrlich, wie Sie sich fühlen.

Gestehen Sie Ihre Zahnarztangst vor sich selbst und vor anderen ein! Es handelt sich um ein weit verbreitetes Gefühl, für das Sie sich nicht schämen müssen. Es ist sinnvoll, Ihre Phobie direkt bei der Terminvereinbarung oder beim Ausfüllen des Anamnesebogens anzugeben und ehrlich zu den Menschen zu sein, die Sie behandeln sollen. Nur dann kann das gesamte Zahnarztpraxis-Team besonders rücksichtsvoll sein und Ihnen als Angstpatient oder -patientin entsprechend begegnen. Versuchen Sie, Ihre Ängste und mögliche Auslöser klar zu benennen und entsprechend zu kommunizieren.

3. Lernen Sie die Praxis schon vor einer Behandlung kennen.

4. Lassen Sie sich alle Behandlungsmethoden und Schritte verständlich erklären.

Wenn Ihnen alle Schritte nachvollziehbar erläutert werden, wissen Sie, welcher Teil nun folgt und ab wann Sie sich wieder entspannen können. Auch in die Entscheidung über mögliche unterschiedliche Behandlungsmethoden sollten Sie transparent eingebunden werden. Dies gibt ein sicheres Gefühl, denn niemand mag es im Unklaren gelassen zu werden – schon gar nicht, wenn es um den eigenen Körper geht!

5. Schieben Sie den Zahnarztbesuch nicht auf.

6. Blenden Sie unangenehme Geräusche bewusst aus.

7. Behalten Sie stets die Kontrolle – auch auf dem Zahnarztstuhl.

Sie können sich während der Behandlung zwar nicht immer verbal äußern, aber Sie können per Handzeichen jederzeit signalisieren, dass Sie eine Pause brauchen. Das ist völlig normal – wer über längere Zeit den Mund zur Behandlung öffnet, kann schon mal verkrampfen. Vereinbaren Sie vorab ein Signal oder ein Zeichen, wenn Sie sich kurz entspannen oder die Muskulatur lockern möchten.

8. Lassen Sie sich von einer Vertrauensperson begleiten.

9. Fragen Sie nach einem Betäubungsspray bei Spritzenangst

Sollte Ihnen insbesondere die Betäubungsspritze Angst machen, so kann ein Betäubungsspray helfen. Dieses wird in vielen Praxen standardmäßig eingesetzt und führt dazu, dass Sie an der entsprechenden Stelle nur Druck statt des klassischen Einstichschmerzes spüren.

10. Ziehen Sie eine Verhaltenstherapie in Erwägung.

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