Zahnschmuck: Was Zahnärzt:innen darüber denken

Dr. Eva-Maria Prey

Autorin: Dr. Eva-Maria Prey

Veröffentlicht am: 1. Juli 2025

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2025

Lesedauer: 7 Minuten

Zahnschmuck als Deko-Trend für den Mundraum ist zurück. Doch was sollten Interessierte über Skyces, Twinkles und Co. wissen, bevor sie an ihren Zähnen landen? Ein Überblick.

Was ist besonders wichtig?

Was ist eigentlich Zahnschmuck?

Welche Arten von Zahnschmuck gibt es?

Temporärer Zahnschmuck – beliebte Varianten:

Permanenter Zahnschmuck – nicht ohne zahnärztlichen Eingriff entfernbar

  • Inlays mit Schmuckelementen:
    • können mit kleinen Edelsteinen (z. B. Diamanten) verziert sein
    • funktionell und dekorativ zugleich
    • werden in das Zahninnere eingepasst, daher irreversibel
    • werden vom Zahnarzt/von der Zahnärztin angefertigt
  • Zahnkronen mit Schmuck:
    • Zahnkronen aus Gold, Keramik oder Zirkon mit integrierten Designs
    • Teilweise sichtbare Verzierungen (z. B. kleine Steine oder Gravuren)
    • Fest zementiert, nicht zum Herausnehmen
  • Verblendung mit Schmucksteinen:
    • Schmuck wird dauerhaft in Veneers (Verblendschalen) oder Teilkronen integriert
    • Kombination aus Zahnersatz und dekorativem Element
    • wird z. B. bei ästhetischer Restauration auf Wunsch eingebaut

Was sagen Zahnärzt:innen zu Zahnschmuck?

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) betont, dass gegen das Interesse an etwas Extra-Glanz auf den eigenen Zähnen nichts einzuwenden ist – unter der Bedingung, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Dazu gehört vor allem, dass kein invasiver Eingriff ohne Notwendigkeit erfolgt und nur körperverträgliche Materialien benutzt werden.

Kritisch äußern sich Zahnärzt:innen allerdings, wenn es um unprofessionelle Do-it-yourself-Methoden geht. Von einer spontanen „Zahnverschönerung“ zu Hause mit Sekundenkleber & Co. wird ausdrücklich abgeraten. Die BZÄK warnt, dass das Kleben im Mund keinesfalls trivial ist: Billiger Klebstoff oder eine falsche Anwendung können erhebliche Schäden anrichten. Beispielsweise könnte Kleber in Zahnzwischenräume oder das Zahnfleisch laufen – mit unangenehmen Folgen.

Wo wird Zahnschmuck am besten angebracht?

Unser Lieblings-Zahnarzt-Tipp: Lassen Sie Zahnschmuck nur von erfahrenen Zahnärzt:innen anbringen. Diese verfügen über das nötige Know-how, sterile Arbeitsbedingungen und geeignete Materialien, um den Schmuck sicher und haltbar zu befestigen.

In der Zahnarztpraxis kann der Schmuck fachgerecht befestigt und bei Bedarf auch wieder entfernt werden – ohne Ihren Zähnen zu schaden. Außerdem überprüft die Praxis vorab, ob Zähne und Zahnfleisch für den Schmuck geeignet sind. Liegen akute Probleme vor – beispielsweise Karies oder Entzündungen – müssen diese erst behandelt werden.

Welche Tipps gibt es für den Umgang mit Zahnschmuck?

  1. Zahnschmuck nur professionell anbringen lassen
    Eine unsachgemäße Befestigung – etwa durch Laien oder im Kosmetikstudio – kann den Zahnschmelz schädigen. Zahnärzt:innen verwenden spezielle Kleber und achten auf hygienische Bedingungen. So bleibt der Zahn gesund und der Schmuck hält sicher.
  2. Auf gute Mundhygiene achten
    Zahnschmuck darf kein Ersatz für Pflege sein. Die betroffenen Zähne gründlich putzen, insbesondere rund um das Schmuckstück. Weiche Zahnbürsten und fluoridhaltige Zahnpasta helfen, den Bereich sauber zu halten und Karies vorzubeugen.
  3. Regelmäßige Prophylaxe
    Regelmäßige Kontrollen https://www.lieblings-zahnarzt.de/zahnreinigung/ beim Zahnarzt bzw. bei der Zahnärztin stellen sicher, dass sich unter oder um den Zahnschmuck keine Schäden entwickeln. Zahnärztinnen und Zahnärzte können frühzeitig reagieren, wenn Probleme entstehen.
  4. Auf harte Nahrungsmittel achten
    Zahnschmuck kann sich bei starkem Druck lösen oder brechen. Deshalb besser vorsichtig bei harten Lebensmitteln wie Nüssen oder Bonbons.
  5. Keine DYI-Experimente
    Von Selbstklebefolien, Sekundenkleber oder DIY-Sets ist dringend abzuraten. Sie können den Zahnschmelz angreifen, allergische Reaktionen auslösen oder zu dauerhaften Schäden führen.
  6. Schmuck rechtzeitig entfernen lassen
    Löst sich der Zahnschmuck oder verändert sich die Zahnfarbe darunter, sollte er professionell entfernt werden. Auch bei Entzündungen oder Druckstellen im Mund ist eine zahnärztliche Abklärung ratsam.

Fazit

Zahnschmuck kann ein auffälliger Hingucker sein und gilt, vom Profi gemacht, als zahnmedizinisch unbedenklich. Wichtig sind jedoch eine gewissenhafte Zahnpflege und Vorsicht vor DIY-Experimenten. Wer sich an die Empfehlungen der Zahnärzt:innen hält, kann sein Lächeln bedenkenlos mit einem kleinen Steinchen schmücken – ganz nach persönlichem Geschmack. Denn gesunde, gepflegte Zähne sind und bleiben die beste Leinwand für ein bisschen extra Glitzer.

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