Hausmittel bei Zahnfleischentzündung: 5 hilfreiche Tipps

Zuletzt bearbeitet: 29. Februar 2024

Autor: Lieblings-Zahnarzt

Lesedauer: 4 Minuten

Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch kann schmerzhaft sein. Ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung, können Mittel aus der Hausapotheke akute Beschwerden lindern

Die akute Zahnfleischentzündung, auch Gingivitis genannt, gehört zu den am weitesten verbreiteten Erkrankungen im Mundraum. Häufig wird sie durch mangelnde Mundhygiene verursacht. Plaque, der klebrige Film aus Bakterien und Speiseresten, der sich auf den Zähnen bildet, reizt langfristig das Gewebe. Es kommt zu Rötungen und Schwellungen sowie zu Zahnfleischbluten beim Zähneputzen.

Darüber hinaus können hormonelle Veränderungen, beispielsweise in der Schwangerschaft zu entzündetem Zahnfleisch führen. Auch Diabetes, die Einnahme von Antidepressiva oder Druckstellen durch schlechtsitzenden Zahnersatz oder Zahnspangen gelten als Auslöser.

Aus der Hausapotheke: Zahnfleischentzündung natürlich lindern

Es gibt eine Reihe natürlicher Hausmittel, die sich – zusätzlich zur guten Mundhygiene sowie dem Besuch beim Zahnarzt – positiv auf akute Beschwerden auswirken können. Aloe Vera, Honig oder Propolis sowie Salbei wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Auch Teebaumöl oder Salzwasser eignen sich zur ersten Eigentherapie gegen Schmerzen, Rötungen oder Blutungen am Zahnfleisch. Sie ersetzen aber keineswegs die zahnärztliche Therapie.

  1. Aloe Vera: Heilpflanze mit entzündungshemmenden Eigenschaften

    Ein natürliches Mittel gegen Zahnfleischentzündung ist Aloe Vera. Die Pflanze hat entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Als Hausmittel gegen Zahnfleischentzündungen wird das Aloe-Gel aus dem Inneren der Blätter extrahiert. Anschließend wird es auf die entzündete Stelle aufgetragen und vorsichtig einmassiert.

    Aloe-Vera-Blätter gibt es beispielsweise im Bioladen oder in der Obst- und Gemüseabteilung von großen Supermärkten.

  2. Honig und Propolis: antibiotische Eigenschaften natürlich nutzen

    Honig wirkt ebenfalls antibakteriell und kann dazu beitragen, Bakterien im Mundraum zu reduzieren. Propolis ist ein harziges Gemisch aus Bienenwachs und Pflanzenextrakten. Es wird von Bienen als Schutz für den Bienenstock verwendet. Propolis besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und kann ebenfalls bei Entzündungen am Zahnfleisch helfen.

    Ein Teelöffel Honig oder eine kleine Menge Propolis werden auf die entzündete Stelle am Zahnfleisch aufgetragen. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Mund ausgespült beziehungsweise kann Honig einfach heruntergeschluckt werden.

  3. Salbei: Natürliche Mundspülung bei Zahnfleischentzündung

    Die getrockneten Blätter der Salbeipflanze wirken entzündungshemmend. Ihre natürlichen Eigenschaften beruhigen die gereizten Schleimhäute im Mundraum und können die Symptome einer Zahnfleischentzündung lindern.

    Um eine antibakterielle Mundspülung herzustellen, wird ein Teelöffel getrockneter Salbeiblätter mit einem halben Liter kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten kann der Sud abgegossen und nach dem Abkühlen als Spülung angewendet werden.

  4. Teebaumöl: ätherisches Öl gegen Entzündungen

    Teebaumöl ist ein bewährtes Hausmittel bei Zahnfleischentzündungen. Das ätherische Öl wirkt entzündungshemmend. Es sollte jedoch nicht pur auf dem Zahnfleisch angewendet werden.

    Mit Wasser verdünnt, lässt sich mit Teebaumöl beispielsweise eine antibakterielle Mundspülung herstellen. Etwa fünf Tropfen Öl sind für einen halben Liter Wasser ausreichend. Alternativ können einige Tropfen Teebaumöl mit einem Trägeröl wie Kokos- oder Olivenöl vermischt und auf die entzündete Stelle im Mund aufgetragen werden.

  5. Salzwasser-Spülungen: den Mundraum desinfizieren

    Mit einer Salzwasser-Spülung lässt sich eine akute Zahnfleischentzündung im ersten Schritt zu Hause behandeln. Ein Teelöffel Salz wird mit einem Glas lauwarmen Wasser gemischt. Der Mundraum sollte damit mehrmals täglich gespült werden. Das Salzwasser wirkt desinfizierend, was zur Heilung des gereizten Gewebes beitragen kann. Die Ursachen für die Entzündung jedoch können nur zahnärztlich erkannt und behandelt werden.

Mit Hausmitteln lindern – durch den Zahnarzt behandeln lassen

Natürliche Hausmittel können bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen unterstützen. Aber: Nach wie vor beugen nur eine gesunde Ernährung sowie eine umfassende Mundhygiene Zahnerkrankungen wie Karies oder Parodontitis vor! Zweimal täglich gründlich Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta und Zahnseide sowie die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt sind unerlässlich, um Zahnfleischentzündungen langfristig vorzubeugen.
Kommt es doch zu entzündetem Zahnfleisch, ist ein Besuch beim Zahnarzt dringend notwendig, um die Ursache zu diagnostizieren und angemessen zu behandeln.

Folgen einer unbehandelten Zahnfleischentzündung

Eine unbehandelte Zahnfleischentzündung kann schwerwiegende Folgen für die Mundgesundheit haben. Als fortschreitende Entzündung führt sie zu einer Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparates – der Parodontitis. Durch diese chronische Entzündung werden nicht nur das Zahnfleisch, sondern das gesamte Zahngewebe sowie der Zahnknochen geschädigt. Zahnverlust oder strukturelle Veränderungen im Kieferknochen können die Folge sein.

Darüber hinaus gibt es einen erwiesenen Zusammenhang zwischen Parodontitis und anderen gesundheitlichen Problemen wie Herzerkrankungen, Diabetes oder Alzheimer. Eine Zahnfleischentzündung sollte daher stets frühzeitig behandelt und zahnmedizinisch untersucht werden, um Folgeschäden und Komplikationen zu vermeiden.

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Autor: Lieblings-Zahnarzt

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