Interdentalbürsten Anwendung: Tipps für saubere Zahnzwischenräume

Autorin: Dr. Christin Steinbach
Veröffentlicht am: 15. Mai 2022
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2025
Kleine Bürste mit großer Wirkung: Warum Interdentalbürsten ein wichtiges Hilfsmittel bei der täglichen Zahnpflege sind
Das Wichtigste in Kürze
Was sind Interdentalbürsten?
Interdentalbürsten sind kleine, speziell geformte Bürstchen, mit denen sich die Zahnzwischenräume gründlich reinigen lassen. Sie entfernen effektiv Beläge und Speisereste und tragen so zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischerkrankungen bei.
Warum ist die Reinigung der Zahnzwischenräume wichtig?
Zwischen den Zähnen lagern sich besonders leicht Bakterien und Plaque ab. Werden diese Bereiche nicht täglich gereinigt, steigt das Risiko für Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis deutlich.
Wie finde ich die richtige Größe?
Die Interdentalbürste sollte mit leichtem Widerstand durch den Zwischenraum geführt werden – ohne Gewalt oder Druck. Es kann sein, dass für verschiedene Zahnzwischenräume unterschiedliche Größen benötigt werden. Bei sehr engen Zwischenräumen ist Zahnseide oft die bessere Wahl.
Wann und wie sollte ich Interdentalbürsten anwenden?
Ideal ist die Anwendung einmal täglich, abends vor dem Zähneputzen. So können die Wirkstoffe der Zahnpasta die gereinigten Zahnzwischenräume besser erreichen. Nach der Anwendung sollten die Bürstchen ausgespült und regelmäßig – spätestens nach einer Woche – gewechselt werden.
Was ist besonders wichtig?
Interdentalbürsten ergänzen die tägliche Zahnpflege sinnvoll, ersetzen aber nicht das gründliche Zähneputzen. Bei Unsicherheiten zur richtigen Größe oder Anwendung helfen der Zahnarzt, die Zahnärztin oder die Prophylaxe-Fachkraft weiter – für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch.
Was ist besonders wichtig?
Ein voll bezahntes Gebiss inklusive Weißheitszähne verfügt über 30 Zahnzwischenräume – und damit über jede Menge Flächen, auf denen sich Speisereste und bakterielle Beläge mit Vorliebe ansammeln. Aber nur jeder Dritte greift täglich zu Zahnseide oder Interdentalbürsten, um diese effektiv zu entfernen. Dabei ist die gründliche Interdentalraumpflege ebenso wichtig wie die tägliche Reinigung der Zahnoberflächen mit Zahnbürste und Zahnpasta, um Karies, Plaque und Parodontitis langfristig vorzubeugen.
Häufig motiviert die professionelle Zahnreinigung https://www.lieblings-zahnarzt.de/zahnreinigung/ beim Zahnarzt, auch zu Hause wieder etwas mehr für die Zähne zu tun und sich das saubere Gefühl im Mund bis zur nächsten Prophylaxe zu bewahren. So der Plan – der leider oft daran scheitert, dass die meisten Menschen schlicht unsicher sind, wie Zahnseide oder Interdentalbürsten richtig verwendet werden. Besonders an die kleinen Bürsten trauen sich viele gar nicht erst ran. Wir haben deshalb die wichtigsten Tipps und Antworten auf häufige Fragen rund um den richtigen Umgang mit den Interdentalbürsten zusammengestellt.
Zahnseide oder Interdentalbürste – welche reinigt gründlicher?
Studien zufolge wirkt sich die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume – egal, ob mit Zahnseide oder mit Interdentalbürsten – positiv auf die gesamte Zahngesundheit aus. So haben junge Erwachsene, die den Interdentalraum nicht regelmäßig reinigen, doppelt so oft Kariesprobleme wie diejenigen, welche Zahnseide oder Interdentalbürsten verwenden. Dabei geht es primär nicht darum, sich zwischen Floss oder Bürste zu entscheiden. Beide Hilfsmittel haben ihre Vorteile und können abhängig vom Bereich im Mund eingesetzt werden. So eignet sich Zahnseide häufig für den engen Frontzahnbereich sowie insgesamt für die engen Zahnzwischenräume beziehungsweise den Kontaktpunkt besser, während die Interdentalbürsten an den großen und kleinen Backenzähnen Zahnbeläge, Bakterien und Co. besonders effektiv entfernen.
Welche Größe brauche ich bei den Interdentalbürsten?
Nicht jeder Interdentalraum ist gleich! Idealerweise sollten verschiedene Größen und Formen der Zahnzwischenraumbürsten probiert werden, um die individuell passende zu finden. Am häufigsten sind die Bürsten, die einem kleinen Tannenbaum ähneln. Der Bürstenkopf läuft vorne spitz zu und wird nach hinten etwas breiter. Aber auch flaschen- oder pinselförmige Interdentalbürsten sind im Handel erhältlich und sehr gut geeignet. Egal, welche Bürstenform gewählt wird: Gestartet wird immer mit der kleinsten Größe! Diese sollte mit wenig Widerstand, aber spürbar gerade durch den Zahnzwischenraum geführt werden.
Wichtig ist dabei nicht nur die Größe, sondern auch die richtige Technik: Die Bürste sollte ohne Druck horizontal durch den Zahnzwischenraum geführt und dabei ein- bis zweimal hin und her bewegt werden. So werden Beläge entfernt, ohne das Zahnfleisch zu verletzen. Ein zu kräftiges „Durchschieben“ kann dem Zahnfleisch schaden.
Es ist nicht auszuschließen, dass für einen Mundraum mehrere Größen benötigt werden. Wichtig: Passt die kleinste Interdentalbürste nicht ohne Druck in die Zahnzwischenräume, sollte sie nicht benutzt werden, um Substanzverlust am Zahn oder ein Herunterdrücken des Zahnfleisches zu verhindern. Bei sehr eng stehenden Zähnen ist Zahnseide besser geeignet, um die Zwischenräume gründlich zu reinigen.
Gut zu wissen: Besonders wichtig sind Interdentalbürsten auch für Menschen mit Implantaten, Brücken oder festsitzendem Zahnersatz. Hier helfen die kleinen Bürsten, schwer zugängliche Bereiche sauber zu halten und Entzündungen vorzubeugen. Für solche Fälle gibt es spezielle Interdentalbürsten mit besonders weichen Borsten oder größeren Durchmessern.
In einigen Fällen – zum Beispiel bei sehr eng stehenden Zähnen, stark entzündetem Zahnfleisch oder schmerzempfindlichen Bereichen – kann die Verwendung von Interdentalbürsten ungeeignet oder zu unangenehm sein. Hier sind Alternativen wie Zahnseide oder Soft Picks ratsam. Auch nach chirurgischen Eingriffen sollte immer erst Rücksprache mit dem Zahnarzt gehalten werden.
Sollten Interdentalbürsten vor oder nach dem Zähneputzen verwendet werden?
Für einen optimalen Reinigungseffekt sollten Interdentalbürsten und/oder Zahnseide einmal täglich abends vor dem Zähneputzen angewandt werden. Werden im Anschluss die Zähne mit Zahnbürste und Zahnpasta geputzt, können die zuvor gereinigten Zahnzwischenräume deutlich besser erreicht werden – das Fluorid aus der Zahnpasta gelangt effektiver in den nun sauberen Interdentalraum. Zudem wird abends nach der Reinigung nichts mehr gegessen, so dass sich keine Speisereste in den Interdentalräumen festsetzen und über Nacht dort verweilen können. Bevor Zahnzwischenraumbürstchen und Zahnseide nicht verwendet werden, ist der Einsatz am Morgen natürlich auch in Ordnung.
Warum kann es bei der Anwendung von Zahnzwischenraumbürsten zu Zahnfleischbluten kommen?
Werden die Zahnzwischenräume nach langer Zeit oder sogar erstmals zu Hause mit Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt, kann es sein, dass es am Zahnfleisch drückt oder sogar blutet – Anzeichen für eine Zahnfleischentzündung. Auch feste Beläge wie zum Beispiel Zahnstein können beim Reinigen stören, so dass es an diesen Stellen etwas mehr drückt. Wird die Zahnzwischenraumreinigung trotzdem (vorsichtig!) fortgeführt und in die tägliche Zahnpflegeroutine integriert, werden sowohl das Bluten als auch das Druckgefühl schnell besser beziehungsweise verschwinden nach kurzer Zeit ganz. Falls dies nicht der Fall ist, sollte der nächste Kontrolltermin beim Zahnarzt vereinbart werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen.
Wie werden Interdentalbürsten gereinigt und wann sollten sie gewechselt werden?
Die kleinen Bürstchen werden nach jeder Zahnpflege mit warmen Wasser gespült und trocknen anschließend einfach an der Luft. Auf keinen Fall sollten sie feucht in ein Aufbewahrungsdöschen gelegt oder mit den teils beiliegenden Verschlusskappen verschlossen werden! Wenn die Borsten abgenutzt aussehen – spätestens nach einer Woche – ist es Zeit für frische Interdentalbürsten. Vor allem am Anfang, wenn die Handhabung noch nicht so geübt ist, die Bürsten öfter abknicken oder es zu Zahnfleischbluten kommt, sollten sie häufiger gewechselt werden.
Interdentalbürsten sind ein einfaches, aber äußerst effektives Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume sauber zu halten und Zahnerkrankungen vorzubeugen. Aber: Die individuelle Zahnstellung beeinflusst maßgeblich, welches Hilfsmittel für die Dentalhygiene beziehungsweise für die heimische Zahnreinigung am besten in Frage kommt. Bei bestehender Unsicherheit ist der nächste Vorsorge- oder Prophylaxe-Termin beim Zahnarzt oder der Zahnärztin der richtige Anlass, um darüber zu sprechen.
Gemeinsam mit dem geschulten Fachpersonal wird das geeignete Mittel für die persönliche Zahnzwischenraumreinigung ausgewählt und die Handhabung kann unter professioneller Aufsicht geübt werden.
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