zähneknirschen

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Zähneknirschen – Ursachen und Behandlung


Studien zufolge knirscht bereits jeder fünfte bis zehnte Deutsche mit den Zähnen. Die am stärksten betroffene Altersgruppe liegt zwischen 20 und 45 Jahren.

Wir alle kennen vermutlich Situationen, in denen wir unseren Stress oder Probleme des Tages „mit ins Bett nehmen“. Bildliche Redewendungen wie „etwas zähneknirschend hinzunehmen“ oder „die Zähne zusammenbeißen zu müssen“ haben sich nicht grundlos etabliert und beschreiben die bekannte und oftmals ursächliche Verbindung zwischen unseren Zähnen und unserer Psyche.

Aufgestauter Druck kann unbewusst an die Kaumuskeln (Muskeln des Kauapparates) weitergegeben werden, so dass sich der Kaumuskel dauerhaft verkrampft. Die Folge daraus wird als Zähneknirschen bzw. in der Fachsprache Bruxismus bezeichnet. Es können in manchen Fällen jedoch auch nicht ideal sitzende Füllungen, Inlays oder sonstiger Zahnersatz der Auslöser fürs Knirschen sein und die Verkrampfung der Kiefermuskeln sein.

Menschen, die vom Zähneknirschen betroffen sind, pressen die Zähne des Ober- und des Unterkiefers aufeinander oder reiben sie gegeneinander. Im Unterbewusstsein, vor allem im Schlaf, sind unsere natürlichen Schutzreflexe der Kiefermuskeln gegen ein zu starkes Kauen nicht vorhanden, daher erfolgt das Knirschen oft sogar mit bis zu 10-fach stärkerer Beißkraft als beim normalen Kauen, um genau zu sein mit bis 480 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Dieser enorme Druck des Kaumuskels kann langfristige Schäden an der Zahnsubstanz verursachen. Zumeist geschieht es unterbewusst und im Schlaf (Schlafbruxismus bzw. nocturnaler Bruxismus), alternativ in Situationen unter starker Anspannung (Wachbruxismus bzw. diurnaler Bruxismus).

Wenn sich die Ursache des Zähneknirschens nicht klar diagnostizieren lässt, spricht man von primärem Bruxismus, der wie oben beschrieben oftmals in Stress und Psyche begründet sein kann. Sofern hingegen der Grund für das Knirschen klar erkennbar ist, beispielsweise durch Medikamente oder Schlafstörungen, wird dies als sekundärer Bruxismus bezeichnet. Zahnärzte bezeichnen das Zähneknirschen im Allgemeinen als so genannte Parafunktion, weil das Knirschen selbst keinen wirklichen Zweck erfüllt.

Unser Lieblings-Zahnarzt-Tipp


Schauen Sie sich Ihre Zahnreihen in Ruhe im Spiegel an: Sofern Sie Abplatzungen in der Gegend des Zahnhalses entdecken oder sehen, dass Ihre Eckzähne keine Eckzahnspitze mehr haben, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in unserer Zahnarztpraxis und die Behandlung des Zähnepressens. Das Gleiche gilt im Falle von morgendlichen Schmerzen im Kiefergelenk oder diffusen Kopf- oder Gesichtsschmerzen. Fragen Sie (falls möglich) auch Ihren Partner, ob ihm während Ihres Schlafs etwas aufgefallen ist (Schlafbruxismus).

Ihr Zahnarzt kann Ihre Zähne im Detail untersuchen und zusätzlich die Kaumuskulatur auf Verspannungen und Muskelknötchen abtasten. Sofern die Symptome und der Zahnstatus Ihres Gebisses auf Bruxismus hindeuten, leiten wir gemeinsam mit Ihnen die passende Therapie mit dem Ziel der Vermeidung von weiteren Zahnschäden oder der Abnutzung des Kiefergelenkes ein, z.B. eine Schienentherapie mit einer maßgeschneiderten Aufbissschiene (Okklusionsschiene).

Prinzipiell sind alle Maßnahmen empfehlenswert, die eine angespannte Muskulatur entspannen. Physiotherapie kann eine sinnvolle ergänzende Therapie sein, während derer Patienten auch Tipps für Übungen zu Hause oder zur Korrektur von Fehlhaltungen im Alltag, z.B. am Arbeitsplatz, erhalten.

Allgemein gilt: Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung ist die Prognose positiv und Folgeschäden an den Zähnen bzw. Ihrem Gebiss lassen sich in den meisten Fällen durch die passende Therapie vermeiden.

Die häufigsten Fragen zum Thema Zähneknirschen

In erster Linie empfinden Betroffene nach dem Aufwachen oft eher diffuse Schmerzen an Zähnen und Kiefer, der sich steif oder müde anfühlen kann, vergleichbar auch mit einem Muskelkater der Kiefermuskeln bzw. Kaumuskeln. Viele weitere Anzeichen können jedoch auf Bruxismus hindeuten, beispielsweise:• schmerzempfindliche Zähne • Abgeknirschte Eckzähne (keine Eckzahnspitze mehr) • Kauapparat/Kaumuskulatur reagiert empfindlich auf Druck • abgeriebene Kauflächen ohne Kontur im Unterkiefer/Oberkiefer • Abdrücke der Zähne in Zunge und Wange • Risse und Absprengungen am Zahnschmelz (oft keilförmig) • muskuläre Verspannungen der Kiefer-, Nacken- oder Gesichtsmuskulatur bzw. des Kaumuskels • Kopfschmerzen direkt nach dem Aufwachen • Knacken im Kiefergelenk • Schwierigkeiten bei der Mundöffnung • u.U. auch Verspannungen und Schmerzen im Rückenbereich

In erster Linie empfinden Betroffene nach dem Aufstehen oft Schmerzen an Zähnen und im Kieferbereich. Das Knirschen wirkt sich im Falle einer regelmäßigen Angewohnheit auch auf die Muskeln im Gesicht und Nacken aus, so dass Verspannungen und in Extremfällen auch Blockaden des Kiefers oder der Hals- und Nackenmuskulatur entstehen können. Daraus können wiederum Kopf- oder Rückenschmerzen resultieren, die oftmals von Patienten im ersten Moment nicht dem Knirschen der Zähne als mögliche Ursache zugeordnet werden.
Sofern die Angewohnheit des Knirschens über einen längeren Zeitraum auftritt, können die Kauflächen an Kontur bzw. Oberflächenbeschaffenheit verlieren, weil die Zähne stetig weiter abgeschliffen werden. Der Zahnschmelz – dies ist die äußere, harte Hülle des Zahns – kann dann Risse bekommen, bis der Zahnschmelz teilweise abplatzt und man im z.B. an den Zahnhälsen einen keilförmigen Defekt erkennen kann. In seltenen Fällen können Zähne sogar vollständig brechen, so dass ein Zahnverlust ggf. unvermeidbar ist. Sichtbar wird eine entsprechende fortgeschrittene Entwicklung des unbehandelten Zähneknirschens auch durch zurückgehendes Zahnfleisch sowie die Freilegung empfindlicher Zahnhälse. Unter Umständen können auch Füllungen, Inlays oder sonstiger Zahnersatz (Kronen, Brücken) durch das Knirschen beschädigt werden. Sofern die Gelenkscheiben (Discus articularis) verrutschen, wird die richtige Mundöffnung sehr schwierig.

Wenn Sie oder ggf. Ihr Partner bemerkt, dass Sie tagsüber (Wachbruxismus) oder nachts (Schlafbruxismus) öfter mit den Zähnen knirschen bzw. diese aneinander reiben oder fest aufeinanderpressen, empfehlen wir Ihnen einen Besuch in unserer Zahnarztpraxis, damit wir die Ursachen näher untersuchen und die auftretenden Symptome nach einer Funktionsanalyse mildern können, z.B. durch die Therapie mit einer individuellen Aufbissschiene (Okklusionsschiene).

Sofern eine nicht gut sitzende Füllung, ein Inlay oder sonstiger Zahnersatz der Auslöser fürs Knirschen ist, kann dies in den meisten Fällen recht problemlos durch Abschleifen der betroffenen Oberflächen gestoppt werden.

Die Maßanfertigung einer Aufbiss-Schiene (Okklusions- bzw. Michiganschiene) aus transparentem Kunststoffmaterial schafft oftmals Abhilfe. Der unmittelbare Kontakt der Zahnreihen bzw. Zähne des Ober- und des Unterkiefers beim Beißen wird dadurch verhindert und der Zahnschmelz sowie Zahnhalteapparat geschützt und zeitgleich die Kiefergelenke entlastet.
Zudem können wir im Bedarfsfall Physiotherapie mit Schwerpunkt Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) verschreiben. Entsprechende physiotherapeutische Übungen fördern die Durchblutung, lockern die Muskeln und trainieren die Bewegungen des Kiefers. Auch zu Hause lässt sich dem Zähneknirschen durch entsprechende entspannende Übungen eines Physiotherapeuten vorbeugen.
In seltenen Fällen sind beim Zähneknirschen in der Therapie ergänzend und für begrenzte Zeit auch schmerzlindernde Medikamente oder muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxans) ratsam.

Gemäß wissenschaftlichen Studien empfindet fast jeder Dritte vom Zähneknirschen Betroffene diffus oder lokale Mund- und Gesichtsschmerzen. In diesen Fällen wird allgemein von einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) als Bezeichnung für eine Fehlfunktion des Kiefergelenks und der Kaumuskulatur gesprochen. Eine solche CMD kann sich z.B. ausdrücken durch Schmerzen im Kiefergelenksbereich. Während sich unsere zahnärztliche Behandlung in erster Linie auf eine maßgeschneiderte Schienentherapie mit einer Aufbiss-Schiene (Okklusionsschiene) aus transparentem Kunststoffmaterial bezieht, kann es je nach Symptomen und Entwicklung sinnvoll sein, auch Physiotherapeuten oder Ärzte anderer Fachrichtungen aufzusuchen.

Dass auch Kinder mit den Zähnen knirschen, ist nichts Ungewöhnliches. Im Normallfall ist dies nicht schädlich, selbst wenn das Knirschen im Milchgebiss deutliche Spuren hinterlässt. Erst im Anschluss an das Durchbrechen der bleibenden Zähne sollte das Knirschen aufhören und der Zahnhalteapparat geschützt werden. Vorher ist das Knirschen meistens ein normaler Vorgang, der aus dem starken Wachstum des Kiefers resultiert. Sollten Eltern den Eindruck gewinnen, dass Stress oder Druck die Ursache und das kindliche Knirschen unnatürlich ist, empfehlen wir einen Termin in unserer Praxis, damit wir uns gemeinsam ein Bild machen können.

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